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Milchverarbeitung Wie entsteht Milch

 

Milch der natürliche Durstlöscher

So entsteht die Milch
Wird ein Rind trächtig, so gelangen vom Geschlechtsapparat spezielle Stoffe ins Hirn. Dieses regt mit Hilfe von Hormonen die Ausbildung des Euters zur funktionstüchtigen Milchdrüse an.

Die Milchbildung

Vom Verdauungsapparat werden die Nährstoffe (= Ausgangsstoffe für die Milch) durch das Blut ins Euter transportiert. Hier erfolgt deren Umwandlung in Milch.
Damit 1 Liter Milch entstehen kann, muss das Drüsengewebe von 500 Litern Blut durchströmt werden. Die Milch entsteht in den Bläschen des Drüsengewebes. 100-200 Bläschen bilden ein Drüsenbläschen (Alveolen). Es sind dies die kleinsten Funktionseinheiten des Drüsengewebes. Alveolen sind Hohlräume mit einem Durchmesser von ca. 0,2 mm. Ihre Wand besteht aus einer dünnen Zellschicht, den Milchbildungszellen. Diese sind von einem dichten Netz von Kapillargefässen des Blutkreislaufes umgeben und deshalb besonders stark durchblutet. In den Milchbildungszellen vollzieht sich die eigentliche Bildung der Milch. Gewisse Stoffe im Blut treten durch die Zellwände in die Milchbildungszellen, wo sie in Milch umgewandelt werden. Die Entstehung der Milch ist eine Neubildung. Beweis: Blutzucker ist nicht gleich zusammengesetzt wie Milchzucker; für Eiweiss und Fett gilt dasselbe.

Im Blut

Umwandlung

In der Milch

Wasser

Wasser

Eiweiss (Globulin)

Eiweiss (Globulin, Kasein)

Blutzucker (Glucose)

Milchzucker (Lactose)

Fett

Milchfett

Mineralstoffe

Mineralstoffe

Vitamine

Vitamine

Euter

Die Organe der Milchbildung
1. Euterarterie 2. Eutervene 3. grosse Milchgänge 4. Zisterne
5. Zitzenteil der Zisterne 6. Strichkanal 7. Gehirnanhangdrüse 8. Kehlkopf
9. Schilddrüse 10. Luftröhre 11. Nebenniere 12. Innere Schamvene
13. Eierstock mit Gelbkörpern 14. Eutervene 15. Gebärmutter 16. Euternerv
17. Milchader

Die Entleerung des Euters
Die Milch wird vorerst im Hohlraum der Bläschen gespeichert. Vor dem Melken muss die Kuh "angerüstet" werden: Der Melker massiert das Euter. Durch diesen Reiz wird in der Hirnanhangdrüse ein Hormon ausgeschieden, das über die Blutbahn zu den Milchbläschen gelangt. Es bewirkt das Zusammendrücken der Bläschen und presst damit die Milch in die Sammelgänge ("Einschiessen" der Milch). Der Vorgang von Anrüsten bis zum Einschiessen dauert 1-3 Minuten. Die seit dem letzten Melken gebildete Milch fliesst nun durch kleine Sammelgänge in immer grössere Röhren und gelangt schliesslich in die Zisterne, welche sich direkt oberhalb der Zitzen befindet. Von hier fliesst die Milch beim Säugen oder Melken durch den Strichkanal aus dem Euter. Diese Wirkung hält während ca. 6-8 Minuten an. Milch, die in dieser Zeitspanne nicht gemolken wird, verbleibt im Euter.
Bei Schmerz, Angst oder Schreck schütten die Nebennieren das Hormon Adrenalin aus. Dieses gelangt mit dem Blut ebenfalls ins Euter und stoppt dort das Auspressen der Milch. Der Melker sagt dann: "Die Kuh zieht die Milch auf" oder "die Kuh lässt die Milch nicht herunter" ("Aufziehen" der Milch).


Die Milchleistung
Den grössten Einfluss auf die Milchleistung hat die Fütterung. Je besser und reichhaltiger das Futter, desto mehr Milch wird produziert.
Die Milchleistung eines einzelnen Tieres wird beeinflusst durch Alter, Entwicklung, Gewicht, Körperbau und Veranlagung. Eine entscheidende Rolle spielen auch der Gesundheitszustand des Tieres und dessen Wohlbefinden. Doch die Milchleistung und die Zusammensetzung der Milch unterliegen Schwankungen. Nach dem Abkalben steigt die Milchleistung an und nimmt dann Iangsam wieder ab. In der Schweiz gab eine Kuh im Jahre 1992 durchschnittlich ca. 5000 kg Milch pro Jahr. Damit liegt die Schweiz im europäischen Mittel.


Das Melken
Die Qualität der Milch ist auch abhängig von der Gesundheit und der Leistungsfähigkeit des Euters. Diese werden massgeblich vom richtigen und sauberen Melken beeinflusst, das gemäss Milchlieferungsregulativ zweimal täglich erfolgen muss.
Durch das Ausmelken werden die Zisternen entleert, das animiert das Euter zu neuer Milchbildung.
Die Milchsynthese erfolgt während der Zwischenmelkzeit. Mit zunehmender Milchleistung steigt der Druck in den Alveolen an. Er wird schliesslich so gross, dass die kapillaren Blutgefässe um die Alveolen zugedrückt und dadurch undurchlässig werden. Die Drüsenzelle kann dann keine Nährstoffe mehr aus dem Blut aufnehmen, und die Milchbildung hört auf. Deshalb ist eine konstante Zwischenmelkzeit so wichtig. Regelmassiges Melken entlastet das Euter, der Innendruck in den Alveolen wird nicht zu stark, was eine konstante, optimale Durchblutung gewährleistet und die Milchsynthese fördert. Ideal ist eine Zwischenmelkzeit von 12 Stunden, doch dies kann in der Praxis nicht immer eingehalten werden.


Handmelken oder Maschinenmelken
Ob von Hand oder mit der Maschine gemolken werden soll, ist vor allem eine betriebliche und finanzielle Frage: Maschinen kosten. Denn bei sachgemässer Handhabung melken die heutigen Melkmaschinen schonender als ein durchschnittlicher Handmelker. Melkmaschinen erleichtern dem Bauer die Arbeit erheblich, da das Handmelken sehr anstrengend ist. Da her wird heute vorwiegend die Melkmaschine eingesetzt.

Die Arbeitsgänge
Bei beiden Melktechniken - Handmelken oder Maschinenmelken können fünf Arbeitsgänge unterschieden werden:

1. Euterreinigung: Ohne sauberes Euter gibt es keine saubere Milch. Die Euter müssen mit spezieller Holzwolle oder - bei starker Verschmutzung - mit viel lauwarmem Wasser gewaschen und anschliessend getrocknet werden.

2. Zitzenprobe: Die ersten Milchstrahlen jeder Zitze werden in einen Vormelkbecher gemolken und vom Melker kontrolliert.

3. Anrüsten: Darunter versteht man das leichte Massieren von Euter und Zitzen, was deshalb so wichtig ist, weil die Kuh nur dadurch melkbereit wird.

4. Melken in vollen Zügen: Sobald die Milch "einschiesst", wenn sich also die Zitzen straff und gefüllt anfühlen, soll in vollen Zugen gemolken oder es sollen die Melkbecher der Maschine angesetzt werden.

5. Ausmelken: Sobald der Milchfluss deutlich nachlässt, wird jedes Euterviertel leer massiert. Bei der Melkmaschine setzt die Ausmelkhilfe ein, welche die gleiche Wirkung hat. Wird schlecht ausgemolken, geht der Milchertrag zurück und Eutererkrankungen können zunehmen.

Bei beiden Melktechniken - Handmelken oder Maschinenmelken können fünf Arbeitsgänge unterschieden werden:

1. Euterreinigung: Ohne sauberes Euter gibt es keine saubere Milch. Die Euter müssen mit spezieller Holzwolle oder - bei starker Verschmutzung - mit viel lauwarmem Wasser gewaschen und anschliessend getrocknet werden.

2. Zitzenprobe: Die ersten Milchstrahlen jeder Zitze werden in einen Vormelkbecher gemolken und vom Melker kontrolliert.

3. Anrüsten: Darunter versteht man das leichte Massieren von Euter und Zitzen, was deshalb so wichtig ist, weil die Kuh nur dadurch melkbereit wird.

4. Melken in vollen Zügen: Sobald die Milch "einschiesst", wenn sich also die Zitzen straff und gefüllt anfühlen, soll in vollen Zugen gemolken oder es sollen die Melkbecher der Maschine angesetzt werden.

5. Ausmelken: Sobald der Milchfluss deutlich nachlässt, wird jedes Euterviertel leer massiert. Bei der Melkmaschine setzt die Ausmelkhilfe ein, welche die gleiche Wirkung hat. Wird schlecht ausgemolken, geht der Milchertrag zurück und Eutererkrankungen können zunehmen.

Das Handmelken
Je nach Eigenart der Kuh, vor allem aber je nach Form und Grösse der Zitzen, gelangen andere Melkmethoden zur Anwendung. Jede Handmelktechnik setzt jedoch Fingerfertigkeit, viel Übung und Kraft voraus.
Handmelken
Das Maschinenmelken
Im Unterschied zum Handmelken, bei dem die Milch abgepresst wird, gewinnt die Maschine Milch durch Saugen und Pressen (Einsatz der Vakuumpumpe). Vorbild der maschinellen Melktechnik ist das Saugen des Kalbes.
Maschinenmelken
Je nach Herdengrösse und Stallsystem kommen unterschiedliche Maschinentypen zum Einsatz:
  • Eimermelkanlage: Sie ist der kleinste und einfachste, aber am meisten verbreitete Maschinentyp. Das Vakuum wird dabei in einer fest installierten Pumpe erzeugt. Die Milch wird im Standeimer gesammelt.
  • Rohr-Melkanlage: Vom Prinzip her funktioniert diese Anlage ähnlich, jedoch wird hier die Milch durch eine zusätzliche Milchleitung abgesaugt und in einen zentralen Milchtank geleitet.
Funktion des Zitzenbechers

Funktion des Zitzenbechers

Rohrmelkanlage Rohrmelkanlage

1. Vakuumpumpe
2. Gummimuffe
3. Regelventil
4. Vakuummeter
5. Vakuumhahn
7. Zitzenbecher
8. Sammelstück
9. Pulsator
10. Standeimer

Der Melkstand: In grossen Betrieben - vor allem auch in Verbindung mit einem Laufstall - werden die Kühe zum Melken in einen separaten Melkstand geführt. Am verbreitetsten ist der Fischgräten-Melkstand, bei dem die Kühe schräg zum Gang stehen. Der Melker steht dabei in einer vertieften Grube, was ihm ein weniger ermüdendes Arbeiten ermöglicht.

Melkstand

Melkstand
Nebst dieser klassischen Form der Anordnung gibt es viele andere Melkstände, wie zum Beispiel das Melkkarussell, bei dem die Kühe auf einer kreisrunden, sich langsam drehenden Plattform stehen.

Fischgrätmelkstand Melkkarusell

Fischgrätemelkstand

Melkkarussell

 

Milchwirtschaft Ackerbau Gefluegel

Stand: 07.01.09